Die MÄRKLIN-M-Gleis-Nostalgie-Seite

Alle Bestell­nummern des M-Gleises
Bestell-
nummer
BeschreibungLänge
Winkel
Alte Nummer
5100Normalkreis 360 mm30°3600 A ⅟1 N
5101Normalkreis 360 mm15°3600 A ½ N
5102Normalkreis 360 mm7,5°3600 A ¼ N
5103Anschlussgleis Normalkreis30°3600 AAN
5104Kontaktgleis gerade180 mm3600 BSD
5105Kontaktgleis Normalkreis30°3600 BSA
51061/1 gerades Gleis180 mm3600 D ⅟1 N
51071/2 gerades Gleis90 mm3600 D ½ N
51081/4 gerades Gleis45 mm3600 D ¼ N
51093/16 gerades Gleis33,5 mm3600 D 316 N
51101/8 gerades Gleis22,5 mm3600 D ⅛ N
5111Anschlussgleis gerade180 mm3600 DAN
5112Entkupplungsgleis90 mm3600 EKS
5113Lichtmast zum Entkupplungsgleis
5114Kreuzung 30°3600 KN
5115Kontaktgleis für Schranke gerade180 mm3600 KG
5116Kontaktgleis für Schranke gebogen30°3600 KGA
5117Weichenpaar Normalkreis30 ° elektrisch3600 MWN
5120Industriekreis 282,6 mm45°
5121Weichenpaar Normalkreis 30° handgestellt3600 WN
5127Kontaktgleis und Blinklicht90 mm3600 KS
5128Doppelte Kreuzungsweiche 30°3600 DKW
5129Ausgleichsstück70 mm
5130Entstörgleis30°
5131Anschlussgleis mit Entstörung180 mm
5137Weichenpaar Normalkreis 22,5/30° elektrisch
5140Bogenweichenpaar elektrisch
5145Kontaktgleis für Schranke Ende90 mm
5146Schaltgleis gerade90 mm
5147Schaltgleis Normalkreis15°
5200Parallelkreis 437,4 mm30°3700 A ⅟1
5201Parallelkreis 437,4 mm15°3700 A ½
5202Weichenpaar Parallelkreis 24,3° elektrisch
5205Parallelkreis 437,4 mm5,7°
5206Parallelkreis 437,4 mm24,3°
5207Doppelte Kreuzungsweiche 24,3°
5208Ausgleichsstück8 mm
5210Ausgleichsstück16 mm
5211Kreuzung 48,6°98 mm
5213Schaltgleis Parallelkreis15°
5214Doppelweiche 24,3°
5215Kreuzung 24,3°
5221Weichenpaar Parallelkreis 24,3° handgestellt
7161Vollträgerbrücke180 mm465
7162Gitterbrücke180 mm466
7163Bogenbrücke360 mm467/2
7167Rampenstück gebogen30°468 A
7168Rampenstück gerade180 mm468 D
7186Drehscheibe410 M
7190Prellbock462
7191Prellbock beleuchtet462 B, 461 B
7192Schranke elektrisch180 mm459 MG
7193Schranke elektrisch Zusatzgarnitur459 ZG
7390Schranke mechanisch180 mm457 B
Einzelweichen
5118Weiche links Normalkreis 30 ° elektrisch
5119Weiche rechts Normalkreis 30 ° elektrisch
5122Weiche links Normalkreis 30 ° handgestellt
5123Weiche rechts Normalkreis 30 ° handgestellt
5141Bogenweiche links elektrisch
5142Bogenweiche rechts elektrisch
5203Weiche links Parallelkreis 24,3 ° elektrisch
5204Weiche rechts Parallelkreis 24,3 ° elektrisch

Wie viele andere bin ich mit MÄRKLIN groß geworden. Und somit auch mit dem MÄRKLIN-Gleis, das später M-Gleis genannt wurden, um es auch benennungsmäßig von den dann erschienen Systemen, dem K- und dem C-Gleis unterscheiden zu können. Nun bin ich zwar seit Jahrzehnten auf maßstäblichen Gleis- und Weichenbau eingeschwenkt, aber die MÄRKLIN-Ausstattung ist mir nicht nur geblieben, sie hat auch immer wieder als Kinderspielbahn Auferstehung gefeiert. So ist es auch jetzt (März 2011), meine Jüngsten sind begeistert.

Die neuerliche Beschäftigung bringt neue Erkenntnisse und neue Fragen. Zu den Erkenntnissen gehörte die Über­raschung, dass über die Jahre neue Gleise dazu gekommen waren, die ich gar nicht mehr mit­be­kommen hatte. Die Weichen des Normalkreises mit verkürztem Bogen (Nr. 5137) zum Beispiel. Oder die 24,3°-Kreuzung!

Andererseits tauchten beim Aufbau Fragen auf, die ich mir so früher gar nicht gestellt hatte - siehe weiter unten. Rat im Internet? Fehlanzeige! Es gibt über das M-Gleis von MÄRKLIN nicht viel; man ergoogelt eine ziemlich verwahrloste Webseite namens www.mgleis.com, auf der nicht einmal die Bestell­nummern­liste komplett ist. Daher habe ich mich aufgemacht und diese Seite verfasst. Alles, was Sie je über das M-Gleis von MÄRKLIN wissen wollten, aber nie zu fragen wagten!

Bestell­nummern und Entwicklung

Die Tabelle rechts listet alle mir bekannt gewordenen Bestell­nummern auf, und zwar von allem, was befahrbar ist, somit auch von den Brücken oder den Prellböcken, die 7000er Nummern hatten, also unterm Zubehör geführt wurden. Die unter "Alte Nummer" an­ge­gebenen stammen aus dem Katalog von 1952, da hatte das Gleis noch den durchgehenden Mittel­leiter und Vollprofilschienen. 1953 führte MÄRKLIN das billigere Hohlprofil ein, die Preise sanken um 30 %, das gerade Gleisstück kostete nurmehr DM -,70 statt vorher DM 1,--! Gleichzeitig entfiel das "N" am Ende der Bestell­nummern.

1954 erschien ein neues Gleissystem mit Punktkontakten und Kunststoffschwellen in der Metallbettung. Und das war nicht der einzige Schritt in Richtung größerer Vorbildnähe. Die Radien waren deutlich größer (585 mm und 535 mm), die Weichen entsprechend schlanker, und der Gleisabstand betrug nur noch 5 cm! Diese Gleise, die MÄRKLIN im Vergleich zum bisherigen Programm zu Recht "Modellgleise" nannte, belegten die Bestell­nummern­kreise 3900 und 3800. Die alten Schienen, immer noch mit durch­gehendem Mittel­leiter, liefen nun unter der Bezeichnung "Standard-Gleise". Sie ließen sich aber mit dem neuen Modell­gleis kombinieren.

1956 kam auch das Standardgleis mit Punktkontakten in den Katalog, zunächst noch parallel zum Modellgleis. Es wieder­holte ausschließlich das bisherige Programm mit durchgehendem Mittel­leiter (das auch noch im Katalog stand), einziger Neuzugang war der so genannte Industrieradius, dieses Gleis gab es allerdings schon vorher - ohne Mittel­leiter - für die immer noch angebotene H0-Uhrwerksbahn. Bei den Bestell­num­mern wurde die 3600 durch 3601 ersetzt. Die Kataloge von 1957 und 1958 habe ich nicht (mehr), erst wieder den Jubiläums­katalog von 1959 (leider ohne den prachtvollen goldenen Umschlag). Das Modellgleis ist mittler­weile aus dem Programm genommen. Dafür sind nun die Weichen und die Kreuzungsweiche des Parallelkreises lieferbar, die es in den Zeiten des durch­gehenden Mittel­leiters nicht gab, was heißt, dass der Parallelkreis praktisch all diese Jahre auf Krücken ging. Und das Bestell­nummern­system war renoviert, nun gelten die Nummern des 5000er Kreises, die die neben­stehende Tabelle auflistet. (Die Bestellnummern für die Einzelweichen am Ende der Tabelle sind interne Nummern, die schon mal gerne von Auskennern bei ebay zitiert werden, die M-Gleis-Weichen waren aber immer nur paarweise zu haben.)

Erst fünf Jahre später, im Katalog 1964/65, gibt es wieder Zuwachs: Zum einen die Schaltgleise, die die alten Kontaktgleise ersetzen mit dem nicht unbeachtlichen Vorteil, richtungsabhängig zu wirken. Und zum anderen, damals eine echte Sensation, die Bogen­weichen. Der übernächste Katalog, der von 1966/67, ist der letzte in meiner Sammlung. So etwa um diese Zeit habe ich mich von der Spielbahn meiner Kindheit abgewandt. Ich baute einen kleinen Bahnhof mit (wenn ich mich recht entsinne) PECO-Weichen und Gleisen, mit Kupferband und Messing­nägeln als Mittel­leiter. Das ganze ratterte derart laut, dass ich alsbald die Nägel wieder herauszog und mir eine FLEISCHMANN-V100 kaufte. Die war noch im Maßstab 1 : 85 oder so gehalten und daher irgendwann auch zuviel. Man wird älter und lernt dazu. Was der Liebe zu meiner alten MÄRKLIN-Bahn keinen Abbruch tut. Schließlich bietet sie echte Entspannung - maßstäblicher Modellbau kann nämlich ganz schön anstrengend sein!

Somit habe ich MÄRKLIN aus den Augen verloren. Für das M-Gleis erschienen über die Jahre weitere Ergänzungen: die Doppelweiche beispielsweise und die Parallel­kreis­weichen in der handgestellten Aus­führung. Dennoch kam irgendwann das unvermeidliche Ende. Das K-Gleis bediente höhere Ansprüche an Vorbildnähe, das C-Gleis, das auf der Spielwarenmesse 1996 vorgestellt wurde, war die Antwort auf die Her­ausforderung durch das ROCOline-Gleis, das für die Spielbahn den nicht zu unterschätzenden Vor­teil der Trittfestigkeit hatte. Das M-Gleis, es lässt sich nicht leugnen, man hat es so manches Mal platt getreten - trotz der "stabilen Metallböschung", die die MÄRKLIN-Werbung anpries. Auch wäre für das M-Gleis wegen der Verletzungsgefahr an den Metallkanten keine CE-Kennzeichnung zu bekommen ge­wesen.

Das C-Gleis hielt sich übrigens im wesentlichen an die Geometrie des M-Gleises, mit zwei allerdings signifikanten Unterschieden: Die Weichen des Normalkreises entfielen, es blieben die Weichen des Parallelkreises, hinzu kamen schlankere Weichen mit 1114,6  mm Radius und eine passende Kreuzung. Und man folgte ROCO insoweit, als nun neben dem Normalkreis von 360 mm Radius und dem alten Parallelkreis mit 437,5 mm Radius (R2) weitere hinzukamen: ein zusätzlicher im gleichen Abstand, also mit 515 mm Radius (R3) und zwei weitere mit je 64,3 mm Abstand , also 579,3 mm (R4) und 643,6 mm (R5). Hier braucht man für den Gleiswechsel die langen Weichen.

Verpackung

Anfangs waren die Schienen in schlichten braunen Schachteln verpackt, die Artikelnummer war auf Aufkleber gestempelt. Die Puko-Gleise kamen in grünen (5100-Nummern) und in orangenen (5200-Nummer) Kartons. Die nächste Schachtelgeneration war dann einheitlich blau, und ganz zuletzt gab es dann noch die weiße Verpackung, in der heute alle MÄRKLIN-Produkte in die Läden kommen. Die Modellgleise wurden in dunkelgrünen, vom MÄRKLIN-Logo geschmückten Schachteln geliefert.

Trenngleise, Kontaktgleise, Schaltgleise

Für das M-Gleis mit durchgehendem Mittel­leiter gab es Trenngleise, und zwar sowohl mit halber Gleis­länge (3600 UNN) wie auch mit ¼ Gleislänge (B 3600 ET). Sie unterbrachen den Mittel­leiter; die Trenn­stelle war durch einen senkrechten roten Strich auf dem Bettungsrand gekennzeichnet. Das 90 mm lange "Unterbrecher-Gleisstück" stand nicht einzeln im Katalog, es wurde zusammen mit den Signalen geliefert; die waren damals noch fest an einem halben Gleis montiert, das ebenfalls eine Trennstelle hatte, die Signale schalteten so zugleich den Fahrstrom - Zugbeinflussung! Die "gleislosen" Signale ersetzten ab 1954 diese älteren Konstruktionen. Dass man die Isolierung billiger haben konnte, fiel bei der Gelegenheit auch MÄRKLIN auf. Und so bot man perforierte Kartonstreifen an, mit denen man die Verbindungszungen an den Gleisenden voneinander isolieren konnte (Nr. 3600 Z, dann 5022). Die Punktkontaktgleise kamen also ohne Trenngleise aus.

Bei den Kontaktgleisen (gerade 3600 BSD, gebogen 3600 BSA) war ein Teil der Schiene auf einer Seite von der Bettung isoliert. Die Achsen des darüber fahrenden Zuges schlossen den Stromkreis, dadurch wurde die Masseverbindung für elektromagnetische Artikel hergestellt. In gleicher Weise funktionierte das Kontaktgleis 3600 KS (später 5127) mit einem sehr kurzem isolierten Schienenstück, das zusammen mit dem blinkenden Andreaskreuz geliefert wurde; es produzierte pro Achse ein Aufleuchten. Mit den elektrisch betriebenen Schranken kamen ebenfalls Kontaktgleise, bei denen aber eine Schiene auf der ganzen Länge von der Bettung isoliert war, dazu ein weiteres Paar Gleise, bei denen diese Isolierung in der Mitte geteilt war; so ließ sich die Kontaktstrecke abschließen. Der darüber fahrende Zug bediente auf diese Weise die Schranken, und sie blieben so lange geschlossen, wie sich mindestens eine Achse auf der Kontaktstrecke befand. Diese Art Kontaktgleis konnte man auch einzeln erwerben, um die Isolierstrecke zu verlängern, damit die Schrankenbäume nicht erst unmittelbar vor dem Zug herunter rasseln (gerade 3600 KG, gebogen 3600 KGA, leider nicht für den Parallelkreis).

Wie schon erwähnt ergänzten Schaltgleise ab 1964 die Kontaktgleise. Sie hatten den großen Vorteil, richtungsabhängig zu wirken. Sie kamen als halbe Gleisstücke der Geraden, des Normal- und des Parallelkreises, während die Kontaktgleise ganze Gleisstücke waren. Wichtiger jedoch dürfte der Unterschied sein, dass die Schaltgleise nur von den Schleifern der Triebfahrzeuge und eventueller beleuchteter Wagen betätigt werden, nicht wie die Kontaktgleise von jeder Achse. Damit war auch die Gefahr zumindest geringer, dass etwaige vom Kontaktgleis geschaltete Magnetartikel durch liegengebliebene Fahrzeuge überlastet werden. Außerdem konnte man abhängig von der Fahrtrichtung verschiedene Funktionen auslösen.

Radien und Gleisabstände

Das MÄRKLIN-Metallgleissystem hat mit den Jahren verschiedene Gleisabstände etabliert. Der älteste ist der, der sich durch eine Gleisverbindung mit den Weichen des Normalkreises ergab, rechnerisch 96,46 mm, offiziell 96,4 mm.

WeicheAbstand
Normalkreisweichen96,4 mm
Parallelkreiskreisweichen 24,3 °77,4 mm
Doppelte Gleisverbindung118,0 mm
Normalkreisweichen 22,5 °54,8 mm

Der Radius des Normalkreises betrug 360 mm. Den Parallelkreis gab es von 1950 oder 1951 an, und somit lange vor den Weichen, mit denen man hätte direkt in das parallele Gleis wechseln können, die erschienen erst Ende der fünfziger Jahre. Bis dahin war es praktisch unmöglich, diesen Parallelkreis wirklich parallel zum Normalkreis zu verlegen. Der Abstand wurde zunächst mit 75 mm angegeben, somit hätte der Radius 435 mm betragen müssen. In den damaligen Katalogen wurde nicht wie später üblich der Radius der Gleismitte angegeben, sondern der Außen­durch­messer, was für die Planung einer Tischanlage wohl auch das relevantere Maß war, der Normalkreis hatte so einschließlich Böschung einen Durchmesser von 76 mm, der Parallelkreis von 91 cm. Nach Erscheinen der Weichen Nr. 5202 jedoch wird der Gleisabstand zum Parallelkreis mit 77,4 mm angegeben, der Außendurchmesser des Parallelkreises mit 91,5 cm. Und in der Tat hatte der Parallel­kreis der Punktkontaktgleise mit 437,4 mm einen etwas größeren Radius als zu Zeiten des durchgehenden Mittelleiters (435 mm)!

RadiusmmGleis
R1360,0M, C
R2437,5M, C
R3515,0C
R4579,3C
R5643,6C

In den Gleisplanheften der fünfziger Jahre wurde natürlich ein Weg aufgezeigt, wie zwischen Normal- und Parallelkreis Weichen eingeschaltet werden konnten. MÄRKLIN schlug eine Gleisverschwenkung aus zwei halben Gleisstücken des Normalkreises vor. Allerdings vergrößert diese Kombination den Gleisabstand um 24,5 mm, die Differenz betrug aber nur 21,4 mm. Das konnte nur dann gut funktionieren, wenn die Verbindung nur auf einer Seite des obligatorischen Ovals hergestellt wurde.

Gleichzeitig mit den Weichen des Parallelkreises erschien auch die Kreuzung 5211, mit der sich eine Doppelte Gleisverbindung herstellen ließ. Diese Kon­struk­tion ergab einen Gleismittenabstand von 118 mm. Auf diesen Abstand kommt man übrigens in etwa auch, wenn man zwei gegenläufige 30°-Bögen des Parallel­kreises hintereinander legt. (Die Differenz beträgt weniger als 1 mm.)

Irgendwann kamen die Weichen des Normalkreises mit um ein Viertel verkürztem Bogen heraus. MÄRKLIN griff damit eine Idee auf, die man schon bei den Weichen des Modellgleises umgesetzt hatte; auch hier hatten die Weichen einen geteilten Weichenbogen. Diese neuen Weichen ermöglichten einen Gleisabstand von nurmehr 54,8 mm. Den allerdings kann man mangels entsprechender Bogengleise nur begrenzt nutzen. Alternativ kann man mit diesen Weichen eine Gleisverbindung mit vorbildgemäßer Zwischen­gerade bauen!

Das Kreuzungsproblem

Jedes Modellgleissystem, das von einem festen Raster ausgeht, hat ein Problem mit den Kreuzungen und Kreuzungsweichen: Das kreuzende Gleis muss länger sein als das gekreuzte. Das Vorbild hat diese Schwierigkeiten nicht, es macht die Herzstücke (meistens) oder die Backenschienen (seltener) länger. Im Modell gibt es verschiedene Lösungen dieses Problems, die alle schon probiert worden sind. Zum einen: Man schafft zwei spiegelbildliche Ausführungen mit längerem kreuzenden Gleis. Das ist nicht nur aufwändig, es setzt auch das entsprechende Problembewusstsein beim Anwender voraus. FLEISCHMANN hat diesen Weg bei den Kreuzungen und Kreuzungsweiche des "PROFI"-Gleises gewählt. Oder man belässt es bei beiden, kreuzendem wie gekreuztem Gleis, bei der Systemlänge und stellt für das kreuzende Gleis Ausgleichs­stücke zur Verfügung. So hat es MÄRKLIN zunächst bei der Kreuzungsweiche (Nr. 5207) und später dann auch bei der Kreuzung des Parallelkreises (Nr. 5215) gemacht.

Bei der 30°-Kreuzung und der entsprechenden Kreuzungsweiche, die ja schon aus der Zeit des durchgehenden Mittel­leiters stammen, ging MÄRKLIN den dritten Weg: Sie sind im geraden Strang 193 mm lang, also 13 mm länger als das normale gerade Gleis. Das passt hervorragend für die Steigerungs des Ovals, die Acht. Aber auch nur da. Denn es gibt kein gerades Gleisstück dieser Länge und auch kein kürzeres von 167 mm, das die Differenz zum geraden Gleisstück von 180 mm Länge ausgleicht. So dass man, wenn man eine Kreuzung oder Kreuzungsweiche in einen Gleisstrang einbaut, vor der Frage steht, wie mit diesem Längenunterschied bei parallelen Gleisen oder auf der gegenüber liegenden Seite des Ovals umzugehen ist.

Hier erschließt sich möglicherweise, warum es das 70 mm lange gibt. Zusammen mit dem schon immer erhältlichen 3/16-Gleisstück ergeben sich 103,5 mm, ziemlich genau die 13 mm länger als das halbe Gleis. Also 5107 + 5129 + 5109 = 90 + 70 + 33,8 mm = 193,5 mm. Die 0,5 mm mehr fallen wahrlich nicht auf.

Ausgleichsstücke

Drei davon gab es unter diesem Namen im Katalog, und alle drei kamen im Zusammenhang mit den Weichen und Kreuzungen des Parallelkreises auf dem Markt. Da bei Kreuzungen und Kreuzungsweichen der kreuzende Gleis länger sein muss als das gekreuzte, erhielt man mit der Kreuzungsweiche 5207 zwei 8 mm lange Ausgleichsstücke geliefert, mit der man das kreuzende Gleis verlängern konnte. Diese kurzen Gleisstücke hatten anfangs für den Mittel­leiter vereinfachte Kontaktlaschen; später ließ MÄRKLIN sie weg. Wegen der Kürze des Gleisstücks musste diese Lasche immer über der des anschließendes Gleises liegen. Weswegen man auch nicht, wenn zwei Kreuzungsweichen hintereinander einzubauen waren, zwei dieser Ausgleichsstücke kombinieren konnte. Daher gab es konsequenterweise auch das 16 mm lange Ausgleichsstück.

Ob die Parallelkreisweichen in irgendeinem Zusammenhang das 70 mm lange Ausgleichsstück erforderten, das auf der Verpackung auch als 3/8-Gleis bezeichnet wurde, oder ob es nur zufällig zur gleichen Zeit erschien, weiß ich nicht. Es wurde aber im Katalog immer zusammen mit diesen Weichen aufgeführt. Ein Grund könnte, wie schon weiter oben erwähnt, der für die 30-Grad-Kreuzung erforderliche Ausgleich sein. Vor Erscheinen der Parallelkreisweichen musste man sich die Mühe nicht unbedingt machen, da eine genau parallele Verlegung des Parallelkreises sowieso nicht möglich war. Eine zweite Verwendung ergäbe sich daraus, dass sich zusammen mit den 8-mm-Stück 5208 in etwa auch die 77,4 mm des Parallelgleisabstandes darstellen lassen.

Weiche_Gegenbogen_500 Es scheint bei den Herstellern industrieller Gleissysteme eine gewisse Tradition zu haben, zu den ganzen Gleisstücken auch halbe, viertel und sogar achtel Gleisstücke anzubieten. Ist das vernünftig? Die halben Gleise haben immerhin noch die Länge eines Güterwagens, damit kann man ein Weiche_Gegenbogen_D Abstellgleis sinnvoll verlängern. Aber die kürzeren Bruchteile? Statt des Achtels mit 22,5 mm Länge z.B. wäre eines mit 24 mm ange­brachter gewesen - für die Weiche im Gegenbogen, siehe Skizze links - oder eines mit der doppelten Länge, denn Differenz tritt in der Regel ja doppelt auf. Man kann das Problem auf Umwegen ziemlich präzise lösen, muss allerdings auch im Stammgleis Ausgleichsstücke einfügen, jeweils Nr. 5208, 8 mm lang. (Beim C-Gleis hat MÄRKLIN der oben vorgetragenen Kritik Rechnung getragen, die Ausgleichsstücke entsprechen weitaus mehr den Erfordernissen der Gleisplanung als beim M-Gleis.)

Kreuzungsweiche_Ausgleich Auf das "Kreuzungsproblem" haben wir oben schon hingewiesen. Vor Erscheinen der Weichen des Parallelkreises und des 70-mm-Ausgleichsstückes war der erforderliche Ausgleich von 167 mm nicht gut zu schaffen: 5107 + 5108 + 5109 ergeben zusammen 168,5 mm, die Differenz ist für genaues Verlegen zu groß. Später ließ sich dann mit 5107 + 5129 + 5109 = 193,5 mm ein genauere Abhilfe schaffen.

Es ist wohl der unvermeidliche Mangel aller Modellgleise mit festem Raster, dass sich nicht alle denkbaren Kombinationen von Weichen und Kreuzungen sauber darstellen lassen. Wobei das MÄRKLIN-System robust genug war, auch manche unsaubere Lösung zu verzeihen. Für das C-Gleis allerdings stellte das "MÄRKLIN-Magazin" in Nr. 3/97 eine Methode vor, Ausgleichsstücke jeder beliebigen Länge herzustellen: Einfach die Böschung zerschneiden und neu zusammenkleben! Zumindest für eine ortsfeste Anlage wäre dieser Weg auch beim M-Gleis nicht völlig ausgeschlossen.

Weitere Anwendungen von Ausgleichsstücken

Weiche_Gegenbogen_D Doppelte Gleisverbindung links, rechts eine Abzweigung mit einer Weiche des Parallelkreises, aufgestockt auf 30° und Gegenbogen mit Gleis Nr. 5200.

Weiche_Gegenbogen_D Gleisverbindung aus den Wei­chen Nr. 5137 mit verkürztem Bogen.

Weiche_Gegenbogen_D Dasselbe mit Zwischengerade aus einem Gleis­stück 5129, es ergibt sich ein Gleisabstand von 81,6 mm.


Doppelte Gleisverbindung mit größerem Abstand Eine interessante Kombination: Weichen des Normalkreises mit einem halben Gleis 5107 als Zwischengerade einerseits, eine asymmetrische doppelte Gleisverbindung andererseits. Doppelte Gleisverbindung mit größerem Abstand



Übersicht Fotos
26122011081
Weihnachten 2011
L9922103
Älteste Ausführung
L9922095
Mittelleiter
222116
Punktkontakt
L9922110
Ausgleichsstücke
L9922109
3600 W
193302
L9922104
5137
L9922096
5202 rechts
L9922097
5202 rechts
L9922121
Bogenweichen
L9922107
3600 K
L9922105
5215
L9922145
5211
L9922092
5214
L9922099
3600 DKW
L9922100
5128
L9922101
5207
L9922125
Kontaktgleise
L9922113
Schaltgleise
L9930204
Andreaskreuz
L9930463
Prellböcke
L9940092
Signale vor 1954
L9960336
Signale ab 1954
L9940075
Schranke
L9940073
Entkuppler
L9940349
Entkuppler
Zwischengerade
Zwischengerade

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