Offene italienische Güterwagenmodelle für die Epoche III

Nachdem wir in Heft 5 die gedeckten Güterwagen aus Italien betrachtet haben, nehmen wir uns jetzt die offenen vor. Die trugen in Italien bis zur Epoche III das Hauptgattungszeichen "L". So wie sich die italienischen Gedeckten wegen ihres typischen Satteldaches von den Wagen der anderen Bahnverwaltungen abhoben, so hatten auch die offenen Italiener ihre typischen Merkmale: Die Wagen waren relativ kurz, die Rahmenlänge betrug nur 6200 - 6500 mm. Sie waren somit zwar länger als ein deutscher O11 (5300 mm), aber deutlich kürzer als ein Om12 (7800 mm). Die Stirnwände hatten eine trapezförmige Oberkante und meist keine Kopfklappen. Längere Wagen wurden erst nach dem zweiten Weltkrieg gebaut. Die alten kurzen wurden teilweise umgebaut, viele erhielten höhere Wände, andere wurden in ein Umbauprogramm eingebracht. Viele Wagen hatten eine Firststange, woraus man schließen darf, das man die Ladung in Italien schon gerne einmal mit einer Plane abgedeckt hat, diese Wagen waren ein "Lt" oder ein "Ltm", letzere hatten 2 m breite Türen und waren für Militärtransporte geeignet. Das "m" entfiel ab 1942, tauchte also in der Epoche III nicht mehr auf.

TypeBaujahreRahmenRadstandModellAnmerkungen
Ltm1910/1868903650LASERHolzwände, mit Handbremse
Ltm1910/1862303650KLEINHolzwände, ohne Handbremse
L(tm)1924/2868903659 Blechwände, mit Handbremse
L(tm)1924/2862303659KLEINBlechwände, ohne Handbremse
L, Lt1929/3362303650 ohne HB, Holzwände
Ltm192968903650 nur mit HB, Firststange
LL193699806500LASERUmbau aus Gepäckwagen
L194062004000LASERunten abgerundeter Kasten, Kopfklappen
L1944/4662004000ditto, keine Kopfklappen
L194571604000 nur mit HB
L194680004500PIKOnur ohne HB
L1956105808000- 
L195787605400ROCOUIC-Standard
LL195987006500---ohne HB, Verlängerung älterer Wagen
L195996606500LASERmit HB, Verlängerung älterer Wagen
L195962004000LASERL von 1940 mit höheren Wänden

Während sich doch einige Modellbahnhersteller herausgefordert fühlten, Modelle gedeckter italienischer Wagen zu kreieren, ist den offenen nicht so viel Ehre zuteil geworden. Eine Zeitlang vertrieb TRIX Express ein von Rivarossi im ungefähren Maßstab 1:80 produziertes Modell des L von 1946 mit nicht ganz vorbildgerechter Firststange. Und so hielt allein das bekannte PIKO-Modell fast vierzig Jahre die Stellung. Es ist ebenfalls eine Nachbildung des L von 1946, wenn auch 2 mm zu kurz. Das Modell ist ein kleines Rätsel. PIKO hat einige Modelle ausländischer Güterwagen produziert, den italienischen F von 1925 und den Hg von 1931 haben wir schon erwähnt, der französische Gedeckte OCEM29 wäre ein weiteres Beispiel. Da die DR die westeuropäischen Wagen, die kriegsbedingt auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone ver­blieben waren, nicht zurückgab, hatte man die Vorbilder in Sonneberg fast vor der Haustür. Und so sind auch die DR-Beschriftungen dieser Wagen authentisch. Aber ein Vorbild von 1946 kann nicht bei der DR eingestellt gewesen sein, oder?

Wie auch immer, PIKOs Alleinstellung endete mit dem Auftauchen des italienischen Herstellers LASER. Dort sind zahlreiche Vorbilder ins Modell umgesetzt worden. KLEIN füllte die Lücken, diese Modelle wurden mittlerweile bekanntlich von ROCO übernommen. MGM brachte allerdings keine Modelle von offenen Güterwagen heraus. Der Kleinserienhersteller SAGI hat praktisch alle Vorbilder ins Modell umgesetzt, allerdings sind gerade die kurzen Offenen die am wenigsten überzeugenden Produkte dieses Herstellers.

Mehr noch als bei den gedeckten Güterwagen gilt für die offenen, dass die Wagen des EUROP- Parks mit höherer Wahrscheinlichkeit in Deutschland zu finden waren. In den EUROP-Park stellten die FS zunächst die L von 1940, 1944/46, 1945 und 1946 ein. Später folgten dann der UIC-Standard-Offene und der L von 1959.